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Nachhilfeschüler - hoffnungsloser Fall??
 
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Sheep
Gast





BeitragVerfasst am: 24. Nov 2009 16:26    Titel: Nachhilfeschüler - hoffnungsloser Fall?? Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lateiner Augenzwinkern ,

Mein Problem ist folgendes. Ich (12. Klasse), habe seit fast einem Jahr einen Nachhilfeschüler in Latein (7. Klasse, 2. Lernjahr). Ich gebe ihm einmal die Woche eine Zeitstunde Lateinnachhilfe. Läuft alles soweit ganz supi, nur dass er bis jetzt jede Arbeit 5 geschrieben hat. Und langsam bin ich irgendwie verzweifelt.

Es liegt jetzt nicht daran, dass er total doof wäre. Er versteht die Sachen schon alle und in allen anderen Fächern steht er, soweit ich weiß zwischen 1 und 3. Nur in Latein wills so gar nicht klappen.
Und er ist auch nicht stinkfaul. Also ich will ja jetzt nicht behaupten, dass er super-fleißig wäre, aber Vokabeln, Deklinationstabellen o.Ä. werden schon gelernt. Nur ist das alles offenbar nach 3, 4 Wochen wie weggefegt.

Ich hab deswegen auch schon einiges probiert. Seit ein, zwei Monaten hat er jetzt ein Vokabel-Lernprogramm von mir (Phase 6, arbeitet mit dem Karteikastenprinzip, falls das irgendwem geläufig ist), was auch beim langfristigen Behalten helfen soll. Also bei mir hat das immer ganz gut funktioniert. Es schlägt wohl auch an, Vokabeltests liegen laut Mutter so bei 3.
Außerdem versuche ich, um dieses ständige Vergessen zu vermeiden, regelmäßig Grammatikstoff und Vokabeln zu wiederholen (mit leider recht frustrierenden Ergebnissen). Allerdings kann ich das nicht so oft machen, wie ich das gern tun würde, denn es kommt ja immer weiter Stoff hinzu und es gibt noch unzählige weiter Baustellen.
Und die größte ist wohl das Übersetzen. Das übe ich zwar fast jedes Mal mit ihm mit den Zusatztexten im Buch, aber der gewünschte Erfolg stellt sich nicht ein. Zwar macht er Fortschritte, aber für den steigenden Schwierigkeitsgrad sind diese offenbar zu langsam. Eine richtige Übersetzung kommt ohne mein Eingreifen nur bei sehr wenigen, vereinzelten Sätzen zusammen.

Ich habe das Gefühl, dass ich hier an meine Grenzen stoße. Habt ihr vielleicht noch Tipps, was ich tun könnte, um meinen Schützling aus seiner 5er-Strähne rauszuholen? Gibt es Chancen dass die nächste Arbeit vielleicht doch noch eine 4 wird? Oder sollte ich ihm lieber empfehlen, sich mal nach einem professionellen Nachhilfelehrer, z.B. von der Schülerhilfe zu suchen?

Ich bin inzwischen echt verzweifelt und hab ein total schlechtes Gewissen seinen Eltern gegenüber.

Würd mich ünber ein paar Antworten freuen smile


Sheep
Goldenhind
Administrator


Anmeldungsdatum: 28.03.2006
Beiträge: 1085
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: 24. Nov 2009 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sheep,

Also wenn das Problem nicht so sehr auf der "Auswendiglern"-Seite liegt, hapert es vielleicht an der Übersetzungsstrategie?
Hast du mit deinem Schüler schon einmal eine klare Übersetzungsstrategie besprochen? Wenn ja, sollte man vielleicht über eine andere nachdenken.
Da du Nachhilfe gibst, nehme ich mal an, dass du selber in Latein ziemlich gut bist, und als guter Schüler übersetzt man Texte ja oft eher intuitiv richtig. Bei schwächeren Schülern ist es aber wichtig, dass sie nach einem klaren Muster vorgehen können, an dem sie sich orientieren.

Wenn das Problem doch eher darin liegt, dass der einmal auswendig gelernte Stoff schnell wieder verloren geht, sollte man sich überlegen, wie man geistige Verknüpfungen schaffen kann, damit das Gehirn das Gelernte nicht wieder vergisst. Jeder wird ja auch durch anderes angesprochen. Dem einen hilft es, sich zu Vokabeln möglichst viele verwandte Wörter aus anderen Sprachen zu überlegen, der andere kann die Deklinationstabellen besser behalten, wenn er sie mit einer bestimmten Melodie oder Bildern versieht u.s.w.

Ich hoffe, das hilft dir ein wenig weiter. Berichte doch, wenn ihr Erfolg hattet.

MfG Goldenhind
Pontius Privatus
Moderator


Anmeldungsdatum: 10.01.2008
Beiträge: 775
Wohnort: Recklinghausen

BeitragVerfasst am: 24. Nov 2009 23:19    Titel: Hoffnungsloser Fall Antworten mit Zitat

Bedenkt man all Deine Bemühungen, dann ist es schon frustrierend, damit keinen Erfolg zu erzielen. Vielleicht solltest Du(-natürlich nur mit Einwilligung der Eltern -) Kontakt mit dem Lateinlehrer des Jungen aufnehmen, um von ihm etwas über Leistungsvermögen und Fördermöglichkeiten zu erfahren. Fehleranalysen anhand seiner Klassenarbeiten wirst Du sicherlich schon durchgeführt haben.

Gruß
Pontius P.
Sheep
Gast





BeitragVerfasst am: 27. Nov 2009 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

Danke schonmal für die Antworten

@Goldenhild: Der Tipp ist gut. Also so Sachen wie: zuerst das Prädikat, dann Subjekt suchen, dann Objekte usw... mach ich schon, vielleicht sollte ich das noch stärker machen, vielleicht bringt das was smile

@Pontius: Ja, wir berichtigen die Arbeit immer zusammen und machen dann entsprechende Übungen zu den Fehlern.
Die Lehrerin ansprechen könnt ich mal machen. Allerdings weiß ich, dass die mit der Klasse hoffnungslos überfordert ist, mal abgesehen davon, dass der vorherige Lehrer (wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen konnte) auch nicht herausragend war und viele Themen gar nicht gemacht wurden. Hoffentlich weiß du überhaupt wer mein Nachhilfeschüler ist ^^. Der nutzt die Zeit wahrscheinlich eher um sich still hinter seinem Buch zu verstecken.
greekster
Aedilis


Anmeldungsdatum: 20.07.2008
Beiträge: 110
Wohnort: mittlere Großstadt

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2009 13:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sheep,

es kann auch durchaus sein, dass dein Nachhilfeschüler ein psychologisches Problem (aber nicht im Sinne von plemplem^^) mit Prüfungssituationen hat.
Ich hatte jetzt auch schon mehrere Nachhilfeschüler, die im Nachhilfeunterricht bzw. im "normalen" Lateinunterricht eigentlich alles verstanden hatten und auch im Übersetzen eigentlich sehr gute Fortschritte gemacht haben und auch Vokabelstests im Bereich 3 aufwärts geschrieben haben, allerdings kam das böse Erwachen immer in den Klausuren.
Einfacher Grund war, dass die Schüler in jeder Klausur schlicht und ergreifend die Nerven verloren haben und auch die sorgsam antrainierte Übersetzungsstrategie nichts mehr gebracht hat, weil die Schüler in der Klausursituation nur noch Buchstabensalat gesehen haben und nur noch den einzelnen Wörtern Bedeutungen zugeordnet haben, aber den grammatischen Sinnzusammenhang nicht mehr erfasst haben, sondern sich aus den Bedeutungen eigene Sinnzusammenhänge gesponnen haben, was zur Folge hatte, dass für den Lehrer auch nicht mehr wirklich ersichtlich war, wo denn genau jetzt die Fehler herkamen und nur noch ein großes Fragezeichen neben die Klausur gemalt wurde.

Ob das bei deinem Nachhilfeschüler der Fall ist, findest du am besten heraus, wenn du dich mal ganz intensiv mit deinem Schüler über seine Klausurstrategie (Arbeitsweise und Zeitmanagement) und seine Gefühle während einer Klausur unterhältst bzw. natürlich auch, wenn du dir seine Klausuren ansiehst und die Übersetzung mit dem Text vergleichst, und die Fehlerarten im einzelnen mal ausklammerst und stattdessen mal von der Inhaltsebene guckst.
Klar, zwar ist das immer schön, wenn man guckt: Aha, der hat so- und- so viele Tempusfehler, also mache ich mit ihm die Tempora nochmal.
Das habe ich früher auch gemacht und mich gewundert, dass es nicht besser geworden ist, bis ich irgendwann mal die Methode gewechselt habe und von den Schülern in der ersten Stunde Selbsteinschätzung verlangt habe und siehe da, alle hatten ein ähnliches Problem.

Wie man das Selbstvertrauen eines Schülers in der Klausursituation verbessert, ist natürlich ein heißes Eisen.
Schließlich kann man als Nachhilfelehrer ja nicht mitkommen und Händchenhalten oder wie solche amerikanische Cheerleader danebenstehen und anfeuern^^
Wichtig ist es, meiner Meinung nach, zum einen die Übersetzungssicherheit dadurch zu erhöhen, dass man natürlich VIEL übersetzt.
Zum anderen wiederum halte ich es fast noch für wichtiger, das Selbstbewusstsein des Schülers zu stärken, indem man ihm ein positives Feedback gibt.
Ich bin ohnehin der Meinung, dass im deutschen Schulsystem zu wenig gelobt wird. Loben erwirkt nun mal einen psychologischen Effekt, der einem Selbstbewusstsein gibt.
Wenn man nun einem Schüler am Ende jeder Nachhilfestunde ein Feedback gibt, was er GUT GEMACHT hat.

Ich sag mal klar, moralisch gesehen, möglicherweise auch pädagogisch gesehen ist es nicht so ganz richtig, aber ich würde ihm vielleicht dann auch NICHT SAGEN, was er FALSCH GEMACHT hat, sondern würde das stillschweigend zur Kenntnis nehmen und einfach in der nächsten Stunde machen, denn nichts entmutigt so sehr, wie die Kenntnis des eigenen Unwissens; nicht umsonst waren die von Sokrates Entlarvten verständlicherweise not amused, als er mit ihnen fertig war.

Wie gesagt Motivation ist das A und O, allein mit dem gebetsmühlenartigen Wiederholen von Formen und Grammatik ist es nicht getan.
Und auch wenn es in einer Stunde mal nicht so gut gelaufen ist, der Zweck heiligt, wie ich finde, die Mittel: Lobe trotzdem!
Es ist manchmal kein rein lateinisches Problem, sondern eines des Selbstvertrauens des Schülers und es ist am (Nachhilfe)Lehrer, dieses aufzubauen; da Eltern erfahrungsgemäß bei sowas oft keine große Hilfe sind, denn die wollen Leistung und Erfolg sehen und setzen ihren Nachwuchs entsprechend (unbewusst) unter Druck.

Ich habe mit der Methode schon gute Erfahrung gemacht.

LG Greekster
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