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Lateinstudium
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greekster
Aedilis


Anmeldungsdatum: 20.07.2008
Beiträge: 99
Wohnort: mittlere Großstadt

BeitragVerfasst am: 25. Sep 2009 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

also ich bin jetzt kurz vor beginn des lateinstudiums...momentan mach ich ein vorpraktikum an ner schule...und ich sag euch eins, es ist mir egal wie hart oder nicht hart das an der uni sein wird, ich zieh das durch, dieser job macht so verdammt viel spaß Rock LOL Hammer
Black-Skip
Servus


Anmeldungsdatum: 07.10.2009
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 07. Okt 2009 12:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Lucius Septimius Severus,

und bist du jetzt schon angefangen zu studieren? Welche Uni hast du denn gewählt? Ich komm auch aus OS und würde dort gerne ab nächstes Jahr Latein studieren. Mein Problem ist nur, ich habe erst dieses Jahr meine Liebe zu Latein entdeckt (ursprünglich wollte ich FRZ studieren) und versuche grad alles aufzuholen. Falls du schon angefangen bist, kannst du mir ein wenig schildern, wie das Studium läuft?
greekster
Aedilis


Anmeldungsdatum: 20.07.2008
Beiträge: 99
Wohnort: mittlere Großstadt

BeitragVerfasst am: 17. Okt 2009 19:46    Titel: Antworten mit Zitat

also ich habe diese woche jetzt angefangen...ich studiere in marburg/lahn...latein und altgriechisch...
ich weiß nicht, wie das an deiner wunschuni ist, aber hier ist es so, dass sich latein und griechisch sich gegenseitig ausschließen...d.h., wenn du griechisch studieren willst, brauchst du latinum und umgekehrt für latein das graecum.
beides kann man an seinen unis in der regel, d.h. nicht unbedingt immer, nachholen, dass muss aber dann im grundstudium (i.d.r. bis ende 4. semester) geschehen, bei uns in marburg belegt man dafür einen graecumskurs für 2. semester und holt das ganze dann auf, anschließend muss man sich dann einer prüfung unterziehen.
das problem bei diesen prüfungen ist vielschichtig. zum einen gelingt es nicht jedem neben den studium auch in zwei semestern auf nen grünen zweig zu kommen und das graecum zu bestehen (ich sage gleich, das ist eine menge lernerei; ich habe griechisch in der schule gehabt, da war es schon viel), zum anderen macht es manchmal einen unterschied, ob man die prüfung bei der uni ablegt oder beim örtlichen staatlichen schulamt.
das uni-graecum wird unter umständen in einem anderen bundesland nicht anerkannt (was im falle eines bundeslandwechsels im studium natürlich bitter wäre) bzw. wird das uni-graecum wohl in manchen fällen im ausland auch nicht anerkannt, so dass es wahrscheinlich in jeden fall besser wäre, sich vom staatlichen schulamt prüfen zu lassen, wenn man auf nummer sicher gehen möchte, was natürlich den nachteil hat, dass einen wahrscheinlich nicht die eigenen lehrer prüfen.
in der regel kann man sein graecum im fachbereich der altphilologie nachmachen, sofern die uni griechisch anbietet, manchmal ist aber auch der fachbereich theologie derjenige welcher, was natürlich nach sich zieht, dass man sich in der übersetzungstätigkeit mehr mit theologischen sachverhalten auseinandersetzt.
hat man latinum und graecum, kommt man in die sogenannte propädeutik.
propädeutik ist, so weit ich das bisher überschauen kann, ein schleiferkurs, der dazu da ist, alle auf einen stand zu bringen, um den anforderungen der uni zu genügen bzw. natürlich auch um dem einzelnen ein bild von seinen kenntnissen zu geben und so mit evtl. auch eine empfehlung über seine studienwahl noch einmal nachzudenken^^
bzw. bereitet die propädeutik natürlich auch auf etwas sehr sehr sehr wichtiges vor.
die allseits so geschätzten stilübungen.
die natürlich gut sind zu beherrschen, wenn man denn für unter- und mittelstufe eine klausur erstellen muss, da die ja in der regel noch nicht mit der originallektüre arbeiten können, wegen mangelnder vokabel- und grammatikkenntnisse.

aber ansonsten kann ich das studium alldenjenigen, die spaß am unterrichten haben und sich nicht davor scheuen ein bisschen was zu arbeiten und vorallem zu lernen.
denn wie allgemein bekannt sein dürfte ist "Lehren die höchste Form des Lernens"

soweit erstmal, wenn iwer eine frage zum thema erstsemester latein/griechisch hat, bitte an mich wenden
Winkend
supidupi
Gast





BeitragVerfasst am: 15. März 2010 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen!
Ich habe jetzt 8 Semester Latein und 4 Altgriechisch in Trier studiert. Ich kann euch sagen, es ist genial in Trier zu studieren, es kann keine besseren Dozenten geben! Der Prof in Latein ist einfach nur klasse, der hat wirklich was drauf, fachlich wie auch didaktisch! Klar ist es auch hier Arbeit, zu studieren, aber alles, wirklich alles, ist mit ein wenig Fleiß gut zu schaffen! Ich bin nicht einmal irgendwo durchgefallen. Den größten Vorteil sehe ich allerdings wirklich in dem freundlichen Umgang mit den Dozenten!
Viel Spaß bei eurem Studium!
TonjaSchneider
Aedilis


Anmeldungsdatum: 07.06.2010
Beiträge: 129
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 07. Jun 2010 17:38    Titel: Antworten mit Zitat

muss man, wenn man latein studieren will, in der schule besonders gut in latein sein? ich meine: ist das studium sehr schwer oder reicht es auch, wenn man immer so zwei stand, aber auch hin und wieder 1? gibt es irgendwelche guten lehrbücher oder übungshefte, um sein latein neben dem unterricht zu verbessern?
Goldenhind
Administrator


Anmeldungsdatum: 28.03.2006
Beiträge: 1021
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: 07. Jun 2010 20:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tonja,

ich würde die Entscheidung ein Lateinstudium zu beginnen, auf keinen Fall davon abhängig machen, ob du nun in der Schule in Latein eine eins oder eine zwei hast. Zum einen bedeutet die gleiche Leistung oftmals bei dem einen Lehrer eine glatte eins und bei einem anderen dann "nur" eine zwei. Zum anderen variiert ja auch der Wissenssstand nach dem Abitur in verschiedenen Schulen und Bundesländern z.T. sehr erheblich. Wer an Schule A eine drei hat, hat vielleicht trotzdem bessere Lateinkenntnisse als jemand, der an Schule B eine eins hat.
Abgesehen davon haben viele Schüler ja in überhaupt keinem Fach eine eins und werden später trotzdem oft erfolgreiche Studenten.

MfG, Goldenhind
ayumiko
Quaestor


Anmeldungsdatum: 30.06.2010
Beiträge: 71

BeitragVerfasst am: 30. Jun 2010 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann mich nur anschließen, ich habe auch in Trier studiert und fand es auch ganz toll. Herr Prof. Busch und Herr Dr. Schwind sind großartig in ihrem Fach.

Für alle anderen, die es sich überlegen Latein zu studieren (oder Bammel davor haben) sei Folgendes gesagt:

1. man braucht Selbstdisziplin

einiges wird wiederholt, aber nicht alles. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man eine nichtgesprochene Sprache nur lernen kann, indem man regelmäßig wiederholt. Es "fliegt" einem nicht einfach ins Ohr.

Aber Selbstdisziplin und Eigeninitiative sollten eine Grundvoraussetzung für jeden Studiengang sein - sehr schade, dass das viele nicht mehr so sehen.

2. so gut wie immer muss ein Graecum gemacht werden.

Je nach Uni wird das in 2, 3 oder 4 Semestern angeboten. Zu schaffen ist es allemal, aber es wird einem nicht zugetragen, man muss schon auch selber was tun.

3. Latein ist ein sehr dankbares Fach.

Wenn man von Anfang an am Ball bleibt, nicht großartig schludert und das macht, was einem die Dozenten aufgeben, hat man ein sehr sehr dankbares Examen, da nichts vollkommen kurioses dran kommt. Hat man 4-5 Jahre lang regelmäßig Vokabeln gelernt (vorzugsweise der Wortschatz "Lateinische Wortkunde" von Rüdiger Visher) und immer mal wieder seine Grammatik und Formenlehre (Rubenbauer-Hofmann: Lateinische Grammatik) wiederholt, muss man vorm Examen keine Hexerei mehr vollbringen, wie es in anderen Fächern gern mal der Fall ist.

4. Ich habe es OHNE Latinum im Gymnasium geschafft.

An den meisten Unis sind die Kurse (zumindest die grammatischen/stilistischen) so aufgebaut, dass sie aufeinander aufbauen. Sprich: wenn man im ersten Kurs fleissig war, kommt man im zweiten mit; war man im ersten faul, kriegt man mitunter im zweiten ein Problem.

Es gilt das gleiche Prinzip wie im Pferdestall: Räumt man den Mist nicht regelmässig weg, wird der Haufen immer größer bis man irgendwann drin erstickt.

In diesem Sinne, man muss kein Hardcorefreak sein, aber ein wenig Fleiß ist Grundvoraussetzung, dann ist es ein sehr schönes Studium
greekster
Aedilis


Anmeldungsdatum: 20.07.2008
Beiträge: 99
Wohnort: mittlere Großstadt

BeitragVerfasst am: 02. Jul 2010 17:16    Titel: Antworten mit Zitat

um ayumiko noch zu ergänzen...


wichtig ist vorallem eines: es muss einem wirklich spaß machen, sonst wird das studium nur eins: quälend!

das merke ich momentan gerade bei einigen meiner kommilitonen, die latein (oder auch griechisch) auf empfehlung iwelcher lehrer hin studieren, aber selbst eigentlich wenig interesse am fach haben, oder gleich zu anfang des studiums, ihre präferenzen auf andere dinge gelegt haben.
man sollte, wenn man seinen fachlehrer um rat und einschätzung diesbezüglich gefragt hat, auch immer kritisch hinterfragen, ob es sich um eine realistische einschätzung handelt...ich mein, im allgemeinen weiß man bei seinen lehrern ja ungefähr, wie leicht oder schwer man zu dieser und jener note kommt.

und das problem, was auftritt, ist einfach absehbar...wie immer im leben gibt es auch im studium manchmal momente, wo man einfach keinen bock hat, oder dinge nicht gleich auf anhieb versteht (momente der unlust, um es mal platonisch/aristotelisch zu sagen) ...wenn man dann natürlich von anfang an nur halbherzig dabei war (weil man zum beispiel mit der wunderbaren annahme zu studieren begonnen hat, es handele sich um ein besonders einfaches fach und die einstellungschancen seien so super, und man müsste dumm sein, diese chance nicht zu ergreifen), ist man auf einer durststrecke natürlich frustriert.
aber jemand, der weiß, welche schönen seiten sich auch hinter latein verbergen können, steckt frustration im studium natürlich leichter weg, und empfindet manche dinge als weniger quälend...weil man ja weißt, dass auch wieder bessere zeiten kommen werden...
und man muss natürlich auch einfach drüberstehen, dass mit einem kurs auch totale cracks und freaks sitzen...

ach ja, und wenn man das graecum noch nicht hat, sollte man sich darauf einstellen, dass altgriechisch lernen keine hexerei ist (wenn man davon ausgeht, dass man idR das, was andere in 4-5 Jahren lernen, in 2 Semestern lernt)...und das im semester auch ordentlich zeit in anspruch nimmt (was stundenplan und vor- und nachbereitung (schrift, vokabeln, grammatik, stammformen + natürlich einlesen in die lektüre, lesen für die mündliche prüfung) angeht)...genauso wie ich nicht vorschnell irgendwelche teuren ferienintensivkurse buchen würde, in dem glauben, dass man dort leichter zum graecum kommt.
wenn man sich allerdings auf den hosenboden setzt und es einem gelingt den lernstoff gescheit zu organisieren und/oder nicht in jedem partyangebot zu versacken, und man eventuell einen netten kommilitonen (mit graecum/griechischstudent) findet, der bereit ist, vor der prüfung einem nochmal über die schulter zu gucken beim übersetzen, sollte es eigentlich kein problem sein.

grundsätzlich sollte man beim graecum beachten, welches graecum man macht...an manchen universitäten kann man zwei verschiedene ablegen...zum einen das uni-interne und zum anderen das staatliche...das staatliche habe ich mir sagen lassen, sei manchmal etwas schwieriger, hat aber den unschlagbaren vorteil, dass es bundesweite anerkennung findet, was bei den uni-graecum eher selten der fall ist.

ansonsten, wenn man das alles wohlüberlegt und abgewägt hat, steht den studium eigentlich kaum noch etwas im wege...außer natürlich die frage, an welcher uni man das denn tun sollte...aber da kann man auch nach unterschiedlichen präferenzen auswählen...neben der frage, in welcher stadt man denn studieren möchte, sollte man sich aber auch vorher unbedingt vielleicht damit beschäftigen, welche forschungsgebiete an der wunsch-uni behandelt werden...das kann auch noch ein "lust"-killer sein, wenn man sich dort thematisch (und menschlich) nicht gut aufgehoben fühlt...wenn man die möglichkeit hat, ist es sicher nicht verkehrt an der uni mal eine vorlesung des fachbereichs mitgemacht zu haben, da hat in der regel keiner was dagegen oder einfach eine studienberatung des fachbereichs wahrzunehmen, um näheres über die forschungsgebiete zu erfahren und natürlich auch über die dozenten bzw. die studenten dort (je nach dem, an welche uni man kommt, haben die nämlich auch so ihre gewissen eigenheiten, soviel sei verraten, daran beißen sich neue dozenten auch schon mal die zähne aus, bis sie sich denn haben umerziehen lassen^^).

ach und eins noch: manche uni unterscheiden sich auch sehr in der ausrichtung der kurse...es gibt unis, die zum beispiel sehr viel mehr wert auf die grammatik legen als auf interpretationen (die man sich dann selbst anlesen muss, um später schüler unterrichten zu können)...und dann gibt es wiederum welche, in denen stillschweigend davon ausgegangen wird, dass man die grammatik schlicht und ergreifend KANN und dann wird hauptsächlich interpretiert/textkritik geübt usw. Darüber sollte man sich klar sein und da seine persönliche präferenz finden, je nach dem, was man von der schule her gewohnt ist und was einem liegt.

lg greekster
ayumiko
Quaestor


Anmeldungsdatum: 30.06.2010
Beiträge: 71

BeitragVerfasst am: 02. Jul 2010 22:40    Titel: Antworten mit Zitat

dem muss ich ein klein wenig widersprechen:

es gibt zwar sehr wohl zwei verschiedene Graecumkurse, aber die "einfachere" Variante ist meist für die Theologen bzw. Philosophen und heißt dann gerne mal Bibelgriechisch oder Griechischkenntnisse. Das wirkliche "Graecum" ist immer die staatliche Ergänzungsprüfung. Zumindest wär mir noch nie eine Uni untergekommen an der es anders war, vor allem nicht für Lehramtskandidaten.

Was die Grammatikkurse angeht, wüsst ich jetzt auch keine Uni wo nicht mindestens noch 2 Sprachkurse/Stilübungen neben den Literaturseminaren gemacht werden müssen. Aber was ich sage, bezieht sich eh auf die alten Studiengänge, mit Bachelor/Master sieht das vermutlich auch wieder anders aus.

Liebe Grüße
greekster
Aedilis


Anmeldungsdatum: 20.07.2008
Beiträge: 99
Wohnort: mittlere Großstadt

BeitragVerfasst am: 04. Jul 2010 16:37    Titel: Antworten mit Zitat

ich meinte eigentlich auch Graecumskurse, die nicht bei den Theologen/Philosophen stattfinden (die ersteren gibt es bei uns auch...da geht aber kaum einer (von uns) hin) , sondern vom Fachbereich Gräzistik aus angeboten werden, sofern die Uni denn einen solchen hat, hat nämlich auch nicht jede. Wo einen eben auch der Hauptprüfer unterrichtet und man nicht durch eine "Fremdinstanz" (zB Staatl. Schulamt) geprüft wird.

und dass man um die gefürchteten Stilkurse (manchmal sinds übrigens auch drei^^) drumherum kommt, meinte ich auch nicht, sondern ich meinte den zusätzlichen Grammatikanteil in Relation zum Interpretationsanteil in den Lektürekursen/Seminaren etc.

Insgesamt ist das natürlich je nach Studienordnung unterschiedlich...ob man nun Bachelor/Master (ob dann wieder mit Ziel Lehramt oder reine Literaturwissenschaft/oder als Ergänzungsfach zu Archäologie etc. gibt da ja manigfaltige Möglichkeiten), die haben da eine andere Themen-Zuordnung, oder ob man beispielsweise eine Mischform aus Bachelor/Master und dem alten Staatsexamen macht.
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